Eduardus-Krankenhaus, Köln

Zentrum für endokrine Chirurgie

Zentrum für endokrine Chirurgie

In der endokrinen Chirurgie werden hauptsächlich Erkrankungen der folgenden vier Organe behandelt:

  • Schilddrüse
  • Nebenschilddrüse
  • Nebenniere
  • Endokrine Tumore der Bauchspeicheldrüse

Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse ist  ein kleines Organ, das der Luftröhre aufsitzt und hauptsächlich Hormone produziert. Die Aufgaben der Hormone - Triiodthyronin und Thyroxin – erstrecken sich auf nahezu alle Organe und Funktionen des Körpers.  Sie erhöhen Blutdruck und Puls, sorgen für vermehrtes Schwitzen, können Haarausfall verursachen und erhöhen den Energieverbrauch und Grundumsatz. Die Folgen können  Gewichtsverlust und eine Erhöhung der Körpertemperatur sein. Erkrankungen der Schilddrüsen sind vielfältig: Sie können  einerseits zu einer Über- bzw. Unterfunktion führen, andererseits können sich Knoten entwickeln, die von gutartigen Vergrößerungen bis zu lokalen Kompressionsproblemen auch bösartiger Natur sein können. Während in einigen Fällen ein konservativer Therapieansatz mit Tabletten oder eine Radiojodtherapie möglich ist, muss in anderen Fällen operiert werden. 


Diagnostik

In der Regel ist Ihr Hausarzt auf eine Erkrankung der endokrinen Organe aufmerksam geworden. Die dann notwendigen Untersuchungen umfassen in der Regel:

  • Ultraschalluntersuchungen
  • Bestimmung von Schilddrüsenhormonen (sog. T3, T4 und das TSH, einen Stoff die die Schilddrüse zur Hormonproduktion anregt) und andere Parameter
  • Eine Szintigraphie
  • Vor einer Operation muss die Funktion der Stimmbänder bestimmt werden. 
  • Behandlung

Die Behandlung einer Schilddrüsenerkrankung kann in einigen Fällen mit Medikamenten oder durch eine Radiojodtherapie erfolgen. In vielen Fällen reichen diese Ansätze jedoch nicht aus oder können letztlich nicht klären, ob sich nicht doch ein bösartiger Tumor hinter einem Knoten verbirgt. Dann ist eine Operation notwendig. Nach genauer Sichtung der Befunde besprechen die Mitarbeiter der Klinik mit Ihnen den operativen Einsatz. Unter Zuhilfenahme aktueller sonographischer Merkmale (TIRADS-Kriterien) lässt sich oftmals das Ausmaß des Eingriffes eingrenzen. Die Verwendung von Lupenbrillen während der Operation in unserer Abteilung ermöglicht ein frühzeitiges Erkennen wichtiger Strukturen wie Stimmbandnerven, Nebenschilddrüsen oder Lymphknoten. Damit sind optimale Voraussetzungen geschaffen, Komplikationen und Risiken der Operation zu minimieren.

 

Nebenschilddrüsenerkrankungen

Die Nebenschilddrüsen, von denen je zwei auf jeder Seite in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schilddrüse liegen, hingegen produzieren das sogenannte Parathormon, welches seinerseits den Calciumspiegel im Blut reguliert. Die häufigste Art der Nebenschilddrüsenerkrankung (Primärer Hyperparathyroidismus) zeigt sich in einem zu hohen Calziumspiegel im Blut. Dies wurde früher klinisch konkret als „Stein-, Bein- und Magenpein“ beschrieben, da hier insbesondere Nierenbeschwerden (Nierensteine), Knochenschmerzen und Magenbeschwerden geschildert wurden. Aber auch andere Symptome wie Appetitlosigkeit, Muskelschwäche oder Bluthochdruck können auftreten.

 

Behandlung

Die Ursache einer Nebenschilddrüsenüberfunktion besteht meistens in der Vergrößerung lediglich eines der vier Nebenschilddrüsen (Epithelkörperchen), sodass die operative Entfernung der betroffenen Nebenschilddrüse die Erkrankungen in den meisten Fällen beseitigt. Nicht immer ist es einfach, die veränderte Nebenschilddrüse zu identifizieren, Daher ist hier eine ausreichende Erfahrung von Nöten. Eingriffe können auch minimalinvasiv durchgeführt werden.

Die Diagnostik ähnelt der Diagnostik bei Schilddrüsenerkrankungen.

 

Nachsorge

Sowohl nach einer Operation an der Schilddrüse als auch der Nebenschilddrüse kann in der Regel die Klinik nach zwei bis drei Tagen verlassen werden. Im Anschluss an die Besprechung des feingeweblichen Ergebnisses planen und koordinieren wir für Sie die weitere Behandlung oder geben Therapieempfehlungen.

 

Nebennieren

Jeder Mensch hat zwei Nebennieren. Sie produzieren neben Kortison und auch Aldosteron, zwei Hormone, die tief in den Stoffwechsel eingreifen. Insbesondere das Kortison gilt auch Stresshormon und hat auch einen großen Einfluss auf das Immunsystem, während Aldosteron als Mineralokortikoid in den Haushalt der Natriumsalze und den Wasserhaushalt eingreift und somit Blutdruckveränderungen bewirken kann.

 

Behandlung

Veränderungen an den Nebennieren sind häufig gut- oder bösartige Tumoren, die hormonproduzierend sein können und z. B. für schweren Bluthochdruck sorgen können. Aber auch kleinere Tumore können auftreten, die lediglich beobachtet werden müssen. Nach sorgfältiger Diagnostik und Abklärung ist in den meisten Fällen ein minimalinvasiver Eingriff zur Entfernung der betroffenen Seite erforderlich. Hierbei erfolgt über drei kleine Schnitte am Rücken die Entfernung der Nebenniere. Je nach Situation werden Zugänge vom Bauch her gewählt. Danach ist oftmals eine Entlassung nach vier bis fünf Tagen möglich.

 

Endokrine Tumoren der Bauchspeicheldrüse

Ein geringer Anteil der Tumoren der Bauchspeicheldrüse entsteht aus hormonbildenden Zellen. von denen die meisten wiederum auch tatsächlich Hormone bilden. Diese können gut- oder bösartig sein. Meist wir dabei Insulin produziert, sodass Patienten nicht selten durch Unterzuckerungen auffallen. Andere Tumoren ohne Hormonaktivität fallen z. B. dadurch auf, dass Patienten plötzlich gelb (ikterisch) werden. Eine weitere Tumorart sind neuroendokrine Tumoren, die durch verschiedene Symptome auffallen können. Insgesamt scheinen vielen dieser Tumoren weniger aggressiv als ein klassischer Bauchspeicheldrüsenkrebs zu sein, was Auswirkungen auf die Wahl der Behandlung haben kann.

 

Behandlung

In der Regel ist eine operative Therapie nötig, wobei häufig nicht so radikal operiert werden muss wie bei einem klassischen Krebs der Bauchspeicheldrüse.

Daher ist je nach Situation eine Operation unterschiedlichen Ausmaßes notwendig. In einigen Fällen können Teile des Organs entfernt werden. In anderen Fällen wird eine Entfernung angestrebt, die über das Ausmaß wie bei einem klassischen Krebs hinausgeht. Nach entsprechender Diagnostik besprechen wir mit Ihnen das weitere therapeutische Vorgehen. Eingriffe im Bereich des Schwanzes der Bauchspeicheldrüse können bei uns auch minimal invasiv durchgeführt werden.

 

Kontakt

Dr. med. Frank Fischer

Chefarzt

Sprechstunden

Sekretariat

Tel.: 0221/8274-2298
Termine nach Vereinbarung

Manuela Wiel

Dienstags
08:00 bis 12:00 Uhr
13:00 bis 15:30 Uhr
Freitag
08:30 bis 12:30 Uhr

In dringenden Fällen ist unsere Notfallambulanz wochentags ab 16:00 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen jederzeit unter 0221/8274 -6357 erreichbar.
 

32