Eduardus-Krankenhaus, Köln

Orthopädische Rheumatologie

Orthopädische Rheumatologie

Die seit 1987 bestehende Abteilung für Rheumaorthopädie befasst sich schwerpunktmäßig mit der chirurgischen Behandlung rheumatischer und degenerativer Erkrankungen. Es besteht eine enge Kooperation mit den konservativ behandelnden rheumatologischen Fachkliniken des Krankenhaus Porzund mit niedergelassenen Rheumatologen, insbesondere im Rahmen der ASV (Ambulanten spezialärztlichen Versorgung).

 

Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit weiteren Berufsgruppen wie orthopädischen und internistischen Rheumatologen, Physio- und Ergotherapeuten, Orthopädietechnikern und Sozialarbeitern gewährleistet eine durchgängig abgestimmte und kontinuierliche Behandlung der in der Regel chronisch kranken Patienten. Je nach Symptomen und Krankheitsverlauf werden weitere Spezialisten hinzugezogen (u.a. Schmerztherapeuten, Neurologen, etc.).

 

Die Abteilung  für Rheumaorthopädie ist zusammen mit der Klinik für Orthopädie als EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung zertifiziert.

 

Unsere Abteilung ist Mitglied im Kölner Netzwerk Osteoporose (KNO). Somit wird eine präzise Diagnostik und rasche Therapie ermöglicht und unterstützt und ergänzt die Therapie der niedergelassenen Ärzte.

 

Als eine von nur wenigen Einrichtungen in Deutschland besitzt Dr. Barbara Kiehn, als Leitung der orthopädischen Rheumatologie, die volle Weiterbildungsberechtigung für auszubildende Ärzte in diesem Bereich. Die orthopädische Rheumatologie ist eine offizielle Zusatzweiterbildung innerhalb der Orthopädie und Unfallchirurgie. Sie ergänzt die Orthopädie mit speziellem Fachwissen zur Erkennung rheumatischer Erkrankungen und deren operativer Therapie. Rheumaorthopädische Erkrankungen sind höchst komplexe Erkrankungen des Organismus. Fachwissen in Kombination mit langjährigen Erfahrungswerten sind für eine erfolgreiche Therapie ausschlaggebend.

 

Konservatives Behandlungsspektrum

Konservatives Behandlungsspektrum

  • Erstellen von Therapieplänen, ggf. Optimierung der medikamentösen Therapie in enger Zusammenarbeit mit den internistischen Rheumatologen
  • Erhalt der Selbstständigkeit  durch Anleitung zu Eigenbeübung 
  • physiotherapeutische Übungsbehandlung
  • Ergotherapie einschließlich Hilfsmittelversorgung (Schienen, Greifhilfen)
  • Orthesenversorgung durch die hauseigene Orthopädiewerkstatt
  • Einlagenversorgung, orthopädische Schuhzurichtung und Schuhanfertigung durch die Orthopädie-Schuhmacherei 
  • Engmaschige Nachbehandlung postoperativer Wundheilungsstörungen durch unser speziell ausgebildetes Wundmanagement

 

Obwohl die Abteilung für Rheumaorthopädie im Wesentlichen operativ ausgerichtet ist, werden Rheumapatienten auch im Rahmen der Sprechstunden konservativ behandelt. Die Krankengymnastik, physikalische Therapie, Ergotherapie sowie die Hilfsmittelversorgung durch Ergotherapeuten, eine Orthopädiewerkstatt und orthopädische Schuhmacherei werden gezielt in das Gesamttherapiekonzept einbezogen.

 

Die Wahl des Operationsverfahrens ist abhängig vom Erkrankungsstadium des Gelenkes. In früheren Stadien werden vorbeugend minimal-invasive Operationen (z.B. arthroskopische Synovektomien, Schleimhautentfernungen) durchgeführt. Bei Gelenkzerstörung lindern künstliche Gelenke oder eine Gelenkversteifung die Schmerzen.

 

Gelegentlich führt auch eine Gelenkteilentfernung (Resektionsarthroplastik) gerade bei den kleinen Gelenken der Füße zu guten funktionellen Ergebnissen. Bei stark beanspruchten Gelenken (z.B. Sprunggelenk, Großzehgrundgelenk und Abschnitten des Handgelenkes), die sich nicht oder nur mit mäßigem Erfolg mit einer Prothese versorgen lassen, kann auch eine Gelenkversteifung (Arthrodese) in günstiger Gebrauchstellung zur Schmerzfreiheit führen.

 

Operatives Behandlungsspektrum

Weichteileingriffe

  • Karpaltunnelsyndrom: nächtliche Schmerzen, Taubheit/Kribbeln der Finger I-III  
  • schnellende Finger: schmerzhaftes Schnappen und Hängenbleiben des Daumens u/o der Langfinger
  • Tenosynovialitis: Sehnenscheidenentzündung (obere und untere Extremität)
  • Rheumaknoten: schmerzhaften Knoten in der Haut
  • Chronische Bursitiden: Schleimbeutelentzündungen an den Gelenken
  • Tendovaginitis de Quervain:Entzündung der Sehnenscheide am Handgelenk
  • Epicondylitis: Tennis-oder Golfer Ellenbogen
  • Intrinsic Release (Korrektur der Ulnardeviation der Langfinger und Rezentrierung des Streckapparates, Synovektomie der Fingergrundgelenke)
  • Infizierte Wunden, postoperative Wundheilungsstörungen
  • Dorsal wrist: die Entfernung der entzündlich veränderten Synovia der Kapsel als auch der Sehnen. Verlagerung des Retinaculum extensorum zur Unterstützung der dorsalen Handgelenkskapsel zum Teil oder auch komplett unter die Strecksehnen. Die folgende Vernarbung verbessert die Stabilisierung des Handgelenkes.  Synovektomie und Rezentrierung der Extensor carpi ulnaris Sehne (Schlüsselsehne der rheumatoiden Arthritis). Bei zusätzlichem stark schmerzhaftem und instabilem distalen Radioulnargelenk wird zusätzlich eine Ulnarköpfchenresektion vorgenommen.
    • (Nach Schill et al. (2005) gehört dieser kombinierte Eingriff zu den dankbarsten und meistindizierten in der gesamten Rheumaorthopädie mit einer deutlichen Verbesserung der Handgelenksfunktion und einer Schmerzreduktion um bis zu 95%).
    • Behandlungsziel ist es, die bestmögliche Funktion der Hand wieder herzustellen, um so die Selbständigkeit zu bewahren oder wieder zu erlangen. (Körperpflege, Haushaltsführung etc.) Aber auch andere, der Handchirurgie zuzuordnenden Erkrankungen, werden in der Abteilung für Rheumaorthopädie operiert.

 

Operationen an Gelenken

Schulter, Ellenbogen, Hände, Hüfte, Knie, Füße

  • Diagnostik durch Probeentnahme
  • Präventive Frühsynovektomien und schmerzreduzierende Spätsynovektomien (arthroskopisch oder offen) der Gelenke. Ergänzend zur Operation wird nach 6-8 Wochen eine Radiosynoviorthese (RSO) empfohlen. Hier wird ein Radionuklid, (radioaktive Substanzen) in das betroffene Gelenk injiziert, welches dann die entzündeten Zellen der Synovialmembran zerstört.
  • Allo- (Fremdmaterial) und Autoarthroplastiken (körpereigenes Material)
    1. Daumensattelgelenk: Resektionsarthroplastik (Entfernung des großen Vielecks (Os trapezium), Stabilisierung mit einer geteilten körpereigenen Sehne ( Volksmund „Sardellenplastik“)
    2. Fingergrund-, und Mittelgelenke: Silikonspacer/pothese (Typ Neuflex)
  • Arthrose Arthrodesen (Versteifungen) und Teilarthrodesen (Teilversteifungen):
    1. Versteifung der Fingerend- und Mittelgelenke.
    2. Radioskapholunäre Arthrodese der Hand (Arthrose zwischen Speiche, Kahn-und Mondbein)
    3. Versteifung des Handgelenkes (radiocarpale Versteifung mittels Plattenosteosynthese bei Instabilität und fortgeschrittener Arthrose mit drohendem Funktionsverlust der Hand)
    4. Radiolunäre Arthrodese nach Chamay (Teilversteifung zwischen Speiche und Mondbein)

Wirkt einer Radialdeviation und Subluxation des Carpus entgegen und ermöglicht noch eine Restbeweglichkeit des Handgelenks von ca. 40° (Rehart, Henniger 2009). Hierbei wird das Ulnaköpfchen  reserziert und das Os lunatum mit dem Radius über Schrauben verbunden. Die Patientenakzeptanz dieser Teilversteifung ist recht hoch, da die Funktionalität zu großen Teilen erhalten bleibt und besonders Schmerzen längerfristig gelindert werden können.

  • Kunstgelenkersatz der Gelenke ( Schulter, Finger, Hüfte, Kniegelenk)
  • Kunstgelenksersatz-Revisionen in Zusammenarbeit mit unserer hauseigenen Revisionsabteilung für Endoprothetik der Hüft- und Kniegelenke

 

Bei Rheumatikern sind diese Eingriffe durch die zusätzlich erforderliche, gründliche Entfernung der Gelenkinnenhaut aufwendiger als bei Patienten mit „herkömmlicher“ Arthrose. Zudem ist der Knochen durch die Osteoporose meist sehr weich, die Beinachsenfehlstellungen (X- und O-Bein) sind häufig stärker ausgeprägt und haben daher einen höheren Korrekturbedarf, um wieder eine gerade Beinachse zu erhalten. Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es eines großen Prothesenspektrums, sowie verschiedener Fixationsprinzipien für die Prothesen (zementfrei/zementiert).

Spezialisierung auf charakteristische Fußdeformitäten

Spezialisierung auf charakteristische Fußdeformitäten (Knick-Senk-Spreizfuß) rheumatisch, unfallbedingt oder familiäre Häufung der Fehlstellungen

  • Hallux valgus: schmerzhafter Ballenzeh mit Schuhkonflikt
  • Hallux rigidus schmerzhafte, bewegungsreduzierte Großzehengrundgelenksarthrose
  • Hammer-, Klauen-,Krallenzehen schmerzhafte flexible/feste Fehlstellungen der Kleinzehen in den Grund-Mittel und Endgelenken.
  • Metatarsalgien: Sammelbegriff für belastungsabhängige Mittelfußschmerzen der Knochen II-V bedingt durch eingeklemmte Nerven, Arthrose, oder Entzündung
  • Morton Neuralgie: eingeklemmter Fußnerv
  • Schneiderballen: schmerzhafter, verdickter, fehlgestellter Kleinzehenballen
  • Achillodynie: chronische Achillessehnenschmerzen
  • Kindlicher Knick-Plattfuß
  • Fersensporn: belastungsabhängige, messerstichartige Fußsohlenschmerzen
  • Haglund Exostose: dorsaler Fersensporn, Überbein am oberen Fersenbein mit Konflikt der Achillessehne mit/ohne schmerzhafte Verkalkungen
  • Arthrose des oberen, unteren Sprunggelenkes, Talo-navicular ( Sprung-Kahnbein), Chopard (Kahn-,Fersen-,Würfelbein), Lisfranc (Mittelfußknochenbasen 1-5 zu den Fußwurzelknochen)

 

Das Behandlungsziel ist ein schmerzfreies Gehen wieder zu ermöglichen und die Schuhversorgung zum Erhalt oder Wiedererlangen der Selbstständigkeit zu erleichtern (z.B. schmerzfreies Gehen inner- und außerhalb der Wohnung, Tragen von normalem Schuhwerk mit Einlagen anstelle eines schweren orthopädischen Schuhs).

 

 

Kontakt

Dr. med. Barbara Kiehn

Departmentleiterin Orthopädische Rheumatologie/ Fuß- und Sprunggelenkchirurgie


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